Bericht vom Kirchentag 2019 in Dortmund

Besuch des Kirchentags in Dortmund Juni 2019

Gute gute Laune und „Was für ein Vertrauen“ –auf dem DEKT in Dortmund 2019

Kirchentag wäre nicht Kirchentag, wenn nicht schon die Anreise einen Programmpunkt für sich darstellen würde. Nun stellt Dortmund mit weniger als 100km Entfernung zu Köln nicht zwingend das absolut prädestinierte Ziel für eine lange Zugreise dar. Aber was liegt in Zeiten, in denen der ökologische Fußabdruck auf der täglichen Agenda steht, näher, als (zumindest einen Teil der Strecke) mit dem Rad zu fahren? Gesagt – getan!

Unsere Gruppe radelte somit am Mittwoch direkt hinein, in den Kirchentag Dortmund.

Was bei einer Veranstaltung wie dem KT eint, sind neben einem gewissen Grundinteresse ein Habitus, der in Worte zu fassen schwierig ist, in manchen Situationen aber sichtbar wird. So applaudierten beispielsweise um die 30.000 Menschen, als Sandra Bils, mit fester Stimme und untermauernder Geste feststellte: „Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt.“ Oder aber beim Großkonzert Bodo Wartkes: „Freunde seid ihr für den Erhalt von Umwelt und Artenvielfalt/ dann hebt eure Hände und ballt sie zur Faust für den Hambacher Wald.“ An dieser Stelle hob der Friedensplatz dann quasi kollektiv die Fäuste.

Generell fiel auf, dass die Institution Kirche weit über Gottesdienste, Orgelmusik und jahrelange Traditionen hinausgeht. Position beziehen. FÜR Menschlichkeit, die Werte der Demokratie, Schutz von Minderheiten, Unterstützung von Schwächeren. In vielen Diskussionen mit Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kirche und aller Welt wurde über tagespolitisches Geschehen geredet. Eine Antwort auf die vielen die Welt derzeit bewegenden Probleme kann sicherlich nicht ohne Weiteres gegeben werden. Aber es ist wichtig, die Probleme, ganz egal, ob die Missbrauchsfälle, die Zerstörung der Umwelt oder die vielen anderen Missstände beim Namen zu nennen.

Es ging also darum, Zeichen zu setzen, oder (auf sich) aufmerksam zu machen. Haben wir auch mit dem Chor geschafft: Am Anfang schüchtern und verhalten, legten wir am Sonntag beim Abschluss-GD wahre Choreografien an den Tag, was ja eigentlich absolut nicht unsere größte Stärke ist. Aber mit guter Laune und den richtigen Leuten können sich bekanntlich ganz neue Seiten zeigen!

Lichtermeer

Vielleicht einer der Höhepunkte für unsere Gruppe am Donnerstagabend. Nach dem Abendsegen haben wir als Gruppe einfach noch ein wenig weitergesungen. Offenbar mit Wirkung. In Kreisen wie dem KT finden sich immer ein paar Menschen, die Spaß am gemeinsamen Singen haben und sich dann prompt dazustellten. Wobei ein paar hier wirklich eine Untertreibung ist, standen doch wenig später ca. 400 Menschen in einem Riesenkreis mit ihren Kerzen um den Friedensplatz.

Es sind diese kleinen Momente, die noch einmal besonders berührend sind. Die das Vertrauen ins Unbekannte und somit auch die Worte des Mottos „was für ein Vertrauen“ mit den vielen Kerzen der Teilnehmenden in ein besonderes Licht rückten.

Weniger emotionsgeladen, mehr einem heillosen Chaos gleichend hingegen der letzte Abendsegen, Samstagabend an der Seebühne im Westfalenpark. Nachdem dieser geendet hatte, davon jedoch verhältnismäßig wenig bei uns ankam, gestalteten wir spontan eine eigene kleine Abendandacht- wie praktisch an dieser Stelle sowohl Pfarrer als auch Kantorin dabei gehabt zu haben😊.

Neben den o.g. Aktionen scheint es beinahe so, als bestünde unser diesjähriger KT darin, als Gruppe von Teamern und Chor, sowie ein paar Familien, mit den Rädern durch die Stadt zu cruisen, um Großkonzerte zu sehen, und unsere Auftritte zu absolvieren. Nun also ganz offiziell: Wir waren auch bei den täglichen Bibelarbeiten und Podiumsdiskussionen. Hier war auch wieder Diversität großgeschrieben. So viele Veranstaltungen, für so viele Interessen. Für Jeden und Jede etwas dabei, um danach anderen zu berichten und Erfahrungen auszutauschen. Sicherlich auch über das Wochenende des Kirchentages hinaus!

Wir sind also nach fünf tollen Tagen absolut glücklich und voller Vorfreude auf kommende Kirchentage!

Wir danken der evangelischen Gemeinde Köln Dellbrück-Holweide und dem Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch für die finanzielle Unterstützung dieser Fahrt!

Mira Schultze-Rhonhof
(Text und Bild)