Ökumenisches Hungertuch


Seit mehr als 30 Jahren ist das MISEREOR-Hungertuch ein zentraler Bestandteil der Fastenaktion des katholischen Hilfswerkes MISEREOR. In vielen katholischen Kirchen deutschlandweit verhüllt das Hungertuch während der Fastenzeit das Kruzifix oder den gesamten Altarraum, um damit zu einem „Fasten der Augen“ anzuregen.
Alle zwei Jahre erscheint ein neues Hungertuch. Die Künstler, die es zu Themen der globalen Solidarität und Gerechtigkeit gestalten, stammen aus der ganzen Welt: 2015 aus China, 2017 aus Nigeria, 2019 aus Deutschland.

Das Hungertuch 2021/2022 wurde von der aus Chile stammenden Künstlerin Lilian Moreno Sánchez gestaltet, die seit Mitte der 1990er Jahre in Süddeutschland lebt und arbeitet. Ihr Kunstwerk steht unter dem Titel „Du stellst meine Füße auf weiten Raum – Die Kraft des Wandels“, abgeleitet von Psalm 31.

Im Original ist das Hungertuch ein Triptychon. Die Künstlerin hat drei Keilrahmen mit Bettwäsche aus einem Krankenhaus und aus dem Kloster Beuerberg (nahe München) bespannt. Darauf hat sie die zum Teil gebrochenen und verdrehten Knochen und Gelenke eines menschlichen Fußes und Unterschenkels gemalt. Als Basis dienten ihr dabei Röntgenbilder von Menschen, die im Oktober 2019 in Santiago de Chile bei Demonstrationen gegen soziale Ungleichheit verletzt worden waren. Selbst Staub- und Erdreste auf dem Hungertuch stammen von dort.

Auch Zeichen der Heilung sind in das Kunstwerk eingearbeitet: Nähte mit goldenem Garn sowie goldene Blüten stehen für Solidarität und Liebe; Leinöl im Originalstoff weist auf die Frau hin, die Jesu Füße mit kostbarem Öl gesalbt hat (Lukas 7, 38).

MISEREOR und Brot für die Welt setzen mit diesem Hungertuch in der Fastenzeit 2021 ein Zeichen für die Ökumene.
Reproduktionen des Kunstwerkes sind in unseren drei Kirchen im Laufe der Passionszeit zu sehen (die beiden Fotos wurden in der Pauluskirche aufgenommen).

Weiterführende Informationen sind unter folgenden Internetlinks zu finden: