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Eliasprozession 2026

Eliasprozession wird zum Friedensweg

In der damaligen Gemeinde Merheim (bestehend aus Merheim, Höhenberg, Ostheim, Rath, Herl, Holweide, Dellbrück–Thurn und Brück) fand am ersten Sonntag nach Elias eine Bitt- und Dankprozession für die Errettung aus der Pestepidemie statt, die 1660 in weiten Teilen Europas gewütet hatte.

Die Prozession ging durch den ganzen Ort und dauerte fast einen Tag. Mit der Zeit wurde der Weg kürzer und ging nur noch durch Holweide, da sieben Menschen aus Schweinheim und Wichheim, beides Ortsteile von Holweide, das Gelöbnis abgelegt hatten. 360 Jahre ist das nun her und das brachte viele Änderungen mit sich. 1979 wurde es eine ökumenische Prozession.

Durch Corona und die Missbrauchsfälle in den Kirchen hat sich in der kirchlichen Praxis Vieles verändert. Dennoch bestand der Wunsch, an dem Gelöbnis und der Tradition der Eliasprozession festzuhalten. Das brachte den Ökumenekreis auf die Idee, aus der Eliasprozession einen Friedensweg zu gestalten.

Die heutige „Pest“ sind die Kriege, die an vielen Orten unserer Welt immer wieder aufflammen, zum Beispiel in der Ukraine, aber auch in Israel/Palästina. Der Ukrainekrieg hat uns sensibler für das Kriegsgeschehen gemacht.

Die sieben Überlebenden der Pest haben ihren Weg von Merheim zum Gut Iddelsfeld einen Bußgang genannt. Vermutlich aus dem uns heute fremden Verständnis, dass die Pest eine Strafe Gottes für Fehlverhalten sei. Im Gegensatz zur Pest sind Kriege und Unterdrückung tatsächlich Fehlverhalten, für die es allen Grund gibt, Buße zu tun. Buße tun beinhaltet in christlichem Verständnis zwei Bewegungen: die Abkehr von der Sünde und die aktive Hinkehr zum Richtigen, dem von Gott Gewollten. Der Friedens-Weg der Eliasprozession ist somit – wie auch die samstägliche Mahnwache am Dellbrücker Mühlenbrunnen – eine Be-Wegung, ein Weg hin zum Frieden. Denn Frieden ist kein Zustand, sondern ein Prozess des ständigen Bemühens um Dialog, Begegnung und Verständigung – hier bei uns und zwischen den Völkern.

Den veränderten Gemeindebeziehungen entsprechend soll der Prozessionsweg nicht mehr nur in Holweide stattfinden, sondern auch Dellbrück wieder einbinden, so wie es ganz am Anfang ja auch war.

Seit Beginn des Ukrainekrieges gibt es samstags um 12 Uhr die Mahnwache für den Frieden in der Ukraine und anderswo. So war es naheliegend, die Eliasprozession in Holweide zu beginnen und sich dann mit der Mahnwache zu verbinden.

Der Weg führt an den genannten Ortsteilen in Holweide vorbei und an den ehemaligen Baracken für die Zwangsarbeiter der Radiumwerke im

Zweiten Weltkrieg.

Auch in Anlehnung an den Eliastag soll die Prozession nun jeweils am letzten Wochenende vor den Ferien stattfinden. Das ist in diesem Jahr der 11. Juli. Wir treffen uns um 10:15 Uhr am Pfarrzentrum St. Mariä-Himmelfahrt und ziehen von dort gegen 10:30 Uhr los.

Maria Daub