Nach sehr langem Überlegen, nach sorgfältigen Beratungen und aufwendigen Untersuchungen hat das Presbyterium über die Zukunft der Versöhnungskirche und des Gemeindezentrums entschieden:
Die Kindertagesstätte wird zum Kindergartenjahr 2029/30 in die KiTa-Räume am Mauspfad umziehen. Die Versöhnungskirche wird spätestens zu diesem Zeitpunkt entwidmet.
Das ganze Gelände soll verpachtet oder verkauft werden mit dem Ziel, dass der Erwerber darauf eine sozial verantwortbare Wohnbebauung errichtet. Innerhalb der neu zu errichtenden Gebäude wird die Gemeinde einen erheblich kleineren Standort erhalten, an dem sie in Holweide weiter ansprechbar und handlungsfähig sein kann.
Während der Bauzeit wird die Gemeinde in Holweide an anderem Ort Räume anmieten, in denen wir für und mit den Menschen in Holweide da sein können.
Das Presbyterium hat sich das alles andere als leicht gemacht. Dieser Entscheidung gingen lange Gespräche voraus. Wir wissen, dass wir Kostbares aufgeben – und niemand im Presbyterium ist darüber froh. Die Versöhnungskirche hat mehr als 60 Jahre lang Menschen einen Raum gegeben, in dem sie für ihren Glauben Formen und Sprache fanden. Kinder und Erwachsene wurden darin getauft, Paare haben in ihr ihre Liebe unter Gottes Segen gestellt, Trauernde haben darin von lieben Angehörigen und Freund*innen Abschied genommen. Die Kirche ist angefüllt mit den Gebeten, den Tränen und dem Lachen vieler Menschen.
Menschen aus allen Himmelsrichtungen fanden in ihr Schutz, Trost und Freiheit. Als steinernes Zeugnis hat sie mitten in Holweide die Wahrheit der Menschenfreundlichkeit Gottes bezeugt.
Darum hatten wir ursprünglich gehofft, dass wir die Versöhnungskirche erhalten können. Wir hatten geplant, sie umzubauen und aus ihr ein vielfach nutzbares Gebäude zu machen, das für die Gemeinde und für andere Akteure im Stadtteil gut nutzbar ist.
Einen Wettbewerb haben wir ausgeschrieben, in dem Architekturbüros aufgefordert waren, für diesen Umbau Vorschläge zu machen. Gewonnen hatte diesen Wettbewerb der Entwurf, der am wenigsten tief in das Gebäude eingreifen würde. Nach Abschluss der Kostenberechnungen kam allerdings heraus, dass auch dieser Entwurf mehr als 2,5 Millionen Euro kosten würde. Das dringend sanierungsbedürftige Gemeindehaus mit der Kita war da noch gar nicht eingerechnet.
Die Gemeinde wird finanziell und personell künftig weniger Möglichkeiten haben. Wir werden gemeinsam mit den Gemeinden in unserer Nachbarschaft zu überlegen haben, wie wir mit geringeren Ressourcen künftig Kirche in der Region sein können. Darum haben wir jetzt so entschieden. Dabei haben wir allen Grund zur Gewissheit, dass Gottes Geist auch ohne die Versöhnungskirche in Holweide Wege finden wird, Menschen zu berühren. Und die Gemeinde wird weiterhin auch in Holweide alle Hände voll zu tun haben, die Liebe Gottes in die Straßen und Häuser des Veedels widerzuspiegeln.
Für jetzt bitten wir für die Entscheidungen, die zu treffen waren, um Ihr Verständnis. Wenn Sie noch Fragen haben, sprechen Sie uns einfach an.
Ulrich Kock-Blunk für das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Dellbrück/Holweide
